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Umgang mit schwer kranken Kindern

Wenn Kinder an Krebs oder einer anderen schweren Krankheit leiden, fällt den Eltern der Umgang mit ihnen vor Kummer oft schwer. Experte Dr. Matthias Wölfl erläutert, wie ein besonderes Tagebuch bei der Krankheitsverarbeitung helfen kann.


© kupicoo / Getty Images

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Eine Krebserkrankung stellt nicht nur das betroffene Kind, sondern auch seine Angehörigen vor eine große Herausforderung. Oft haben die Erwachsenen Schwierigkeiten, ihre eigenen Ängste zu verarbeiten und gleichzeitig empathisch auf das erkrankte Kind einzugehen. Dr. Matthias Wölfl ist Oberarzt auf der Stammzelltherapie-Station der Universitäts-Kinderklink Würzburg. Er hat uns mehr darüber erzählt, warum Erwachsenen der Umgang mit krebskranken Kindern oft so schwer fällt und wie das auf seiner Station entstandene monsterle Therapietagebuch ihnen helfen kann.

Mobil-e: Herr Dr. Wölfl, warum tun wir uns so schwer im Umgang mit Kindern, die an Krebs oder einer anderen schweren Krankheit leiden?

Dr. Matthias Wölfl: Anders als die Kinder selbst leben wir Erwachsene nicht so sehr im Moment, sondern Vergangenheit und Zukunft beeinflussen unser tägliches Denken und Handeln. Wir machen uns Sorgen, wollen Dinge vorab lösen, möchten vorausschauen – und wenn uns das nicht gelingt, sind wir verunsichert und verspüren Angst. Sobald es um das Leben unserer Kinder geht, gilt das verständlicherweise umso mehr. Damit diese Sorgen nicht übermächtig werden, ist es manchmal die einzige Lösung, die Situation als Ganzes abzulehnen und zu verdrängen. Angesichts einer schweren Erkrankung eines Kindes im Augenblick zu verweilen und sich nicht von Sorgen überwältigen zu lassen – das ist schon ein ziemlicher Hammer, der da den Familien abverlangt wird.

Mobil-e: Kann man in dieser schweren Situation irgendetwas falsch machen?

Dr. Matthias Wölfl: Nichts ist falsch – alles ist menschlich. Je mehr ich mich auf das Hier und Jetzt konzentrieren kann und je weniger ich grüble, was die Zukunft bringen mag, desto reicher wird die Gegenwart. Gerade kleine Kinder sind da Spezialisten und es hilft allen, wenn auch die Großen sich auf den Augenblick einlassen.

Mobil-e: Gibt es bestimmte Verhaltensweisen, die Sie Betroffenen ans Herz legen?

Dr. Matthias Wölfl: Jeder Mensch geht seinen eigenen Weg und es gibt gerade in so schweren Situationen kein Patentrezept. So sehr wir – als zukunftsorientierte, rationale Erwachsene – auch versuchen, in die Zukunft zu sehen: In der Realität gelingt es uns nicht – auch nicht den medizinischen Spezialisten, die ihre Erfahrung und ihre statistischen Daten für die Zukunftsprognose heranziehen. Wir müssen offen erkennen, dass niemand alles weiß, dass immer nur die nächsten Schritte gegangen werden können, dass Gesundheit und Krankheit nicht planbar sind.

Mobil-e: Wie kann das monsterle Tagebuch krebskranken Kindern helfen?

Dr. Matthias Wölfl: Jeder Tag im Krankenhaus kann anders sein, und vor allem wenn mal richtig schlechte Tage dabei sind, können die Kinder das mit Hilfe des Tagebuchs noch besser benennen und sichtbar machen: Da gibt es Angstmonster, Juckreizmonster oder Brechmonster, die den Tag beherrscht haben. Für das Tagebuch können die Kinder diese Monster – als Aufkleber – aussuchen und einkleben. So erhält der Krankenhausalltag eine andere Form und bietet gleich auch Familie und Betreuern einen Einstieg, über die Hauptprobleme im Alltag – mit einer etwas heitereren Note – zu sprechen. Und selbst wenn die meisten Monster eher die dunklen Seiten der Therapie abbilden – es gibt auch ein ziemlich fröhliches Gute-Laune-Monster.

Mobil-e: Wie ist das Tagebuch entstanden und wie sind Ihre Erfahrungen damit?

Dr. Matthias Wölfl: Die Idee und Initiative kommt voll und ganz aus dem Alltag einer Kinderkrebsstation: Eine Schwester mit Zeichentalent und Phantasie hatte begonnen, kleine Comicmonster für die Kinder zu zeichnen – das erste war ein Juckmonster. Der Junge, der das als Erster gesehen hat, hat den Faden begeistert aufgegriffen und wollte gleich noch mehr von diesen lustigen Monstern haben. Gemeinsam wurden neue Ideen gesammelt. Dabei wurde klar, wie über diese eher spielerische Herangehensweise ein ganz anderer Zugang entsteht als über die täglich wiederkehrende und langweilige Frage: Wie geht’s dir heute? So ist die Idee zum Tagebuch entstanden und hat rasant Fahrt aufgenommen.

Verlosung: Gewinnen Sie ein monsterle Therapietagebuch

Das monsterle Therapietagebuch gibt Kindern die Möglichkeit, ihre Krankheitssituation auf eine altersgerechte Art zu verarbeiten, und hilft zugleich den Angehörigen dabei, Zugang zum Alltag des Kindes und seinen Befindlichkeiten zu erhalten. Das Tagebuch beinhaltet Sticker, die kleine Monster darstellen und für die vordringlichsten Befindlichkeiten der jungen Patienten stehen. Täglich können die passenden Monster ausgewählt und auf den Tagebuchseiten eingeklebt werden. Die Kinder erhalten so ein Mittel, sich selbst und ihren Familien die Krankheit „begreifbar“ zu machen. Wir verlosen fünf Exemplare des Buchs. Nutzen Sie Ihre Chance, indem Sie einfach das Gewinnspielformular ausfüllen. Teilnahmeschluss ist der 31.01.2018. Wir drücken Ihnen die Daumen.

Kostenlose Beratungsangebote für Eltern

Sie haben familiäre Sorgen oder Probleme? Die Nummer gegen Kummer hält telefonische Hilfe für Eltern bereit. Wählen Sie einfach die kostenlose Hotline: 0800 1110550. Weitere Kontakt- und Beratungsstellen für psychologische und auch medizinische Fragestellungen – nicht nur für Eltern – haben wir auf unserer Website unter www.bkk-mobil-oil.de/med-dienste zusammengestellt.


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