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Endlich positiv denken: Optimismus kann man lernen

Wer ständig vom Schlimmsten ausgeht, hat weniger Spaß im Leben und verbaut sich so manche Möglichkeit. Die gute Nachricht: Selbst ein eingefleischter Pessimist kann zum Optimisten werden. Wir verraten wie.


© Eskemar / Getty Images

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Wissenschaftler haben herausgefunden, dass wir Menschen im Grunde optimistische Wesen sind und positiv denken1. Dennoch haben die meisten einen Pessimisten im Freundeskreis – oder gehören sogar selbst zu jenen, die ständig an sich und der Welt zweifeln. Eine solche Grundhaltung ist nicht nur anstrengend, sondern erstickt auch manche Chance im Keim. Denn: Oft sind Pessimisten so auf ihre Befürchtungen fokussiert, dass sie das Positive schlicht übersehen. Wer hingegen grundsätzlich davon ausgeht, dass sich alles zum Guten wendet, Möglichkeiten statt Risiken sieht und auch angesichts von Krisen nie die Hoffnung verliert, hat mehr vom Leben. Positiv zu denken lohnt sich also. Doch wann und wie werden eigentlich die Weichen für ein Leben als Optimist oder Pessimist gestellt?

Optimisten lernen früh, mit Angst umzugehen

Die Psychologie geht davon aus, dass sich bereits in der Kindheit entscheidet, ob wir später ein Pessimist oder ein Optimist werden. Wenn das Umfeld einem von klein auf Geborgenheit vermittelt und Sicherheit gibt, lernt er oder sie früh, mit Angst umzugehen. Angst ist ein zentraler und lebenswichtiger Affekt, der uns vor Gefahren warnt. Er kann aber nur wirklich gut in unser Leben integriert werden, wenn wir als Kind einen Erwachsenen haben, der uns zur Seite steht und beibringt, zwischen echten und vermeintlichen Gefahren zu unterscheiden. Kinder, bei denen das der Fall ist, haben auch als Erwachsene weniger Ängste und sind optimistischer. Dennoch ist es auch später noch möglich, eine positive Grundeinstellung zu verinnerlichen, denn das Leben ist ein Prozess und unser Gehirn lernt immer weiter dazu.

Es ist nie zu spät, Optimist zu werden

Wer also als Kind keine Zuversicht mit auf den Weg bekommen hat, kann später selbst dafür sorgen. Alles, was unser Selbstgefühl stabilisiert – zum Beispiel ein Beruf, der Freude macht, oder ein neues Musikinstrument zu lernen –, kann dazu beitragen, eine optimistischere Grundhaltung zu entwickeln. Dabei bedeutet Optimismus nicht, negative Erlebnisse oder Ängste zu verdrängen. Auch ihnen muss man Raum geben. Wer eine wichtige Prüfung nicht schafft oder eine Trennung durchlebt, darf auch seiner Beunruhigung, Wut oder Traurigkeit Raum geben. Das sollte jedoch nicht dazu führen, alles schwarzzusehen.

Sechs Tipps, um das Leben optimistischer anzugehen

Positiv zu denken lohnt sich – auch wenn es meist nicht von heute auf morgen klappt. Natürlich kontrolliert man auf diese Weise nicht, was einem im Leben passiert, aber man bestimmt, wie man auf die Umstände reagiert und mit ihnen umgeht. Wir haben einige Übungen zusammengestellt, die die Zuversicht stärken und dabei helfen, optimistischer durchs Leben zu gehen:

1. Negative Gedankenmuster entlarven
Der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zum Optimisten ist es, seine Gefühle bewusst wahrzunehmen. Ertappt man sich bei trüben Gedanken, kann man dann aktiv gegensteuern, indem man gezielt an etwas Schönes wie eine tolle Reise oder einen bevorstehenden Kinobesuch denkt – oder auch daran, dass man tolle Freunde hat.

2. Das tägliche Glück erkennen
Jeder Tag hat schöne Momente – man nimmt sie aber meistens nicht so bewusst wahr wie die negativen Dinge. Das lässt sich ändern, indem man jeden Abend drei Dinge aufschreibt, für die man in den letzten 24 Stunden dankbar war. Das kann der köstliche Kaffee am Morgen, ein Kompliment oder einfach der Sonnenschein sein. Wer das zur Routine macht, schärft seinen Blick für die schönen Dinge im Leben.

3. Eine positive Sprache verwenden
Erstaunlich, aber wahr: Es macht einen großen Unterschied, ob wir sagen: „Ich will mich nicht ärgern“ oder „Ich will gelassen sein“. Denn: Unser Gehirn ignoriert das Wort „nicht“ und es bleibt nur „ärgern“ im Gedächtnis hängen – also genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich möchte. Das heißt: Wer seine Ziele positiv formuliert, wird sie eher erreichen.

4. Die Nähe zu Optimisten suchen
Der Mensch reagiert sensibel auf die Stimmungen seines Umfeldes und übernimmt sie oft sogar. Pessimismus und Optimismus sind also regelrecht ansteckend. Vor allem wer selbst zu negativen Gedanken neigt, sollte sich deshalb eher mit sonnigen Gemütern umgeben.

5. Vergleiche vermeiden
Der Kumpel hat immer super Noten und die Freundin eine absolute Traumfigur: Sich ständig mit anderen zu vergleichen erzeugt automatisch Unzufriedenheit und Frust. Dabei kann man selten hinter die glänzende Fassade schauen und weiß oft gar nicht, wie viel Arbeit hinter Lernerfolg und Waschbrettbauch steckt. Besser ist es also, sich auf sich selbst zu konzentrieren und das Beste aus dem eigenen Leben zu machen.

6. Verbündete suchen
Man kann es alleine schaffen, ein Optimist zu werden. Leichter ist es jedoch, wenn man Wegbegleiter hat, die einen dabei unterstützen. Ob Familienmitglieder oder Freunde: Am besten weiht man ein paar Leute in seine Pläne ein und bittet sie darum, einen ab und zu daran zu erinnern. Willkommener Nebeneffekt: So ein gemeinsames Projekt stärkt den Zusammenhalt – und das erzeugt noch mehr positive Emotionen.

(1) Quelle: Studie des University College London


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