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Wie Eltern und Großeltern Konflikte vermeiden

Dürfen Oma und Opa sich in die Erziehung einmischen? Wie oft sind Geschenke für das Enkelkind erlaubt? Das sind Themen, die zwischen Eltern und Großeltern oft für Streit sorgen. Wie lässt sich diese besondere Beziehung konfliktfrei gestalten?


© BraunS / Getty Images

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Viele Erwachsene verbinden einige der schönsten Kindheitserinnerungen mit ihren Großeltern – seien es die Ausflüge in den Zoo, die kleinen Geschenke außer der Reihe oder die Übernachtungen, bei denen man immer ein wenig länger aufbleiben durfte als zu Hause. Dass das Verhältnis zwischen Eltern und Großeltern viel Potenzial für Konflikte birgt, merken die meisten erst, wenn sie selbst Kinder bekommen. Sogar in Familien, in denen es bisher meist harmonisch zuging, kommt es nun oft zu Streitereien. Warum ist das so?

Streitpunkt Kindererziehung

Wenn erwachsene Kinder Eltern werden, rücken sie in denselben Rang wie ihre eigenen Eltern auf. Die frischgebackenen Großeltern müssen nun lernen, ihre Kinder nicht mehr als Kinder zu behandeln, sondern sie als Eltern zu respektieren. Das bedeutet auch, dass sie nicht verantwortlich für die Erziehung des Enkelkindes sind. Diese Tatsache zu akzeptieren und sich zurückzuhalten, fällt vielen schwer. Aber: Es ist lernbar. Andersherum reagieren die jungen Eltern nur allzu oft empfindlich, wenn die Großeltern Erziehungstipps anbringen. Hier gilt es, ein wenig Nachsicht walten zu lassen, denn Einmischung zeigt ja auch Interesse: Wenn Oma und Opa Ratschläge geben, dann tun sie dies meistens, weil ihnen die Kinder und Enkel wichtig sind. Sie wollen in der Regel niemanden verletzen, sondern eigentlich unterstützen.

Unausgetragene Konflikte als Krisenherd

Für beide Seiten gilt: Nicht jede Meinungsverschiedenheit sollte dramatisiert werden. Sich hin und wieder in die Haare zu bekommen, ist in jeder Beziehung normal – auch zwischen Eltern und Großeltern. Problematisch wird es erst, wenn sich die jungen Eltern noch nicht von ihren eigenen Eltern gelöst haben oder es zwischen den Generationen unausgetragene Konflikte gibt. Dann kann es vorkommen, dass die Großeltern einen harmlosen Tipp geben, sich die Eltern aber sofort gekränkt fühlen. Alte Probleme kommen durch das Enkelkind wieder hoch. Solche Konflikte lassen sich nur lösen, wenn alle Beteiligten bereit dazu sind, die Verletzungen von früher zu vergeben. In einem Gespräch sollten sie versuchen, das Thema zu klären und sich zu versöhnen. Falls das nicht funktioniert, kann man auch lernen, Streitthemen zu umgehen oder sie zu dämpfen, indem man Distanz wahrt.

So lassen sich Konflikte vermeiden

Kinder leiden unter Konflikten zwischen Eltern und Großeltern oft ebenso sehr wie unter Streit zwischen den Eltern. Kommt es im schlimmsten Fall zum radikalen Bruch, werden neben Oma und Opa auch die Enkel getroffen. Im Interesse der Kinder sollten sich Eltern und Großeltern deshalb um eine gute Beziehung bemühen. Diese Tipps können dabei helfen:

  • Grenzen setzen
    Es ist normal, dass ein junges Paar erst einmal mit seinem Baby für sich sein will. Die meisten Großeltern verstehen das, wenn man es ihnen erklärt. Ein erstes Sehen sollte man den Großeltern trotzdem ermöglichen. Mit der Zeit pendelt es sich in der Regel von allein ein, wie oft Oma und Opa ihr Enkelkind sehen.
  • Absprachen treffen
    Klare Erziehungsregeln sind das A und O, um Konflikte zu vermeiden. Am besten besprechen alle gemeinsam, in welchen Fällen Ausnahmen okay sind und in welchen nicht. Regeln, die die Eltern aufgestellt haben, dürfen von den Großeltern nicht wissentlich gebrochen oder gedehnt werden.
  • Unterschiede akzeptieren
    Eltern brauchen sich nicht gleich um die Erziehung zu sorgen, nur weil bei den Großeltern etwas anders gehandhabt wird als zu Hause. Kinder sind früh in der Lage zu differenzieren und es kann sogar ihre soziale Kompetenz stärken, wenn sie lernen, dass es bei unterschiedlichen Menschen unterschiedliche Regeln gibt.
  • Ratschläge richtig verpacken
    Sich in Erziehungsfragen einzumischen, sollte für die Großeltern tabu sein – hin und wieder einen gut gemeinten Rat zu geben ist aber völlig okay. Denn: Einem Rat kann man frei folgen, während Einmischung zu Widerstand reizt. Oma kann also gern erzählen, mit welchen Tricks sie ihr Baby damals beruhigt hat, sie sollte aber nicht versuchen, ein bestimmtes Vorgehen zu erzwingen. Hier macht – wie so oft – auch der Ton den Unterschied.
  • Den richtigen Moment abwarten
    Ganz gleich, ob die Eltern oder die Großeltern ein Problem ansprechen möchten: Wichtig ist neben dem ruhigen Tonfall der passende Zeitpunkt. Wenn das Baby gerade schreit, sind ohnehin alle gereizt und der nächste Konflikt ist vorprogrammiert – besser ist es, sich für ein Gespräch zu verabreden und bei einem Kaffee in Ruhe zu unterhalten.

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