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Volkskrankheit Osteoporose: Wenn die Knochen brüchig werden

Vor allem Frauen nach den Wechseljahren sind oft von Osteoporose betroffen. Der Weltosteoporosetag am 20. Oktober soll das Bewusstsein für Knochengesundheit stärken. Wie kann man einer Erkrankung vorbeugen und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?


© Jan-Otto / Getty Images

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Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, gehört zu den zehn häufigsten Erkrankungen weltweit. In Deutschland sind etwa 15 % der Frauen ab einem Alter von 50 Jahren davon betroffen.1 Bei ihnen nimmt der Mineralgehalt in den Knochen ab, sodass sie porös und instabil werden. Besonders tückisch: Zunächst treten keine Symptome auf, die Betroffenen haben also kaum eine Chance, Osteoporose im frühen Stadium selbst festzustellen. Erst im weiteren Krankheitsverlauf leiden sie oftmals unter dumpfen Rückenschmerzen, die jedoch auch andere Ursachen haben können und somit nicht immer mit Osteoporose in Verbindung gebracht werden. Eindeutige Hinweise gibt es, wenn die Krankheit weiter fortgeschritten ist, denn nun kann es zu Knochenbrüchen ohne erkennbaren Anlass kommen. Bereits geringe Belastungen wie falsches Heben, unglückliches Auftreten oder auch nur heftiges Niesen können in diesem Krankheitsstadium Brüche verursachen.

Fehlende Hormone und Veranlagung können Osteoporose begünstigen

Warum betrifft Osteoporose hauptsächlich Frauen jenseits der Wechseljahre? Das liegt daran, dass bei ihnen die Östrogenproduktion in dieser Zeit stark zurückgeht. Das weibliche Sexualhormon sorgt im gesunden Körper dafür, dass neue Knochenmasse aufgebaut wird. Fehlt Östrogen, erfolgt der Knochenabbau erheblich schneller als der Aufbau – die Knochen werden brüchig. Dieser Zusammenhang gilt ähnlich auch für Männer, jedoch sinkt der männliche Testosteronspiegel im Alter langsamer und insgesamt nicht so stark wie der weibliche Östrogenspiegel. Daher sind Männer seltener von Osteoporose betroffen. Neben dem weiblichen Geschlecht und dem Alter spielt familiäre Veranlagung eine Rolle. Gelegentlich tritt Osteoporose auch infolge einer anderen Erkrankung wie Magersucht oder einer chronischen Darmerkrankung auf. Schließlich können bestimmte Medikamente das Risiko zu erkranken erhöhen.

Wie lässt sich Osteoporose behandeln?

Wird Osteoporose diagnostiziert, gibt es verschiedene Bausteine, die zur Behandlung gehören. Basis jeder Osteoporosetherapie ist eine ausgewogene Ernährung mit wenig Fleisch, Wurst, Salz und Fett und dafür mehr grünem Gemüse und Obst. Außerdem spielt eine ausreichende Versorgung mit dem wichtigen Knochenbaustoff Kalzium und Vitamin D eine wichtige Rolle. Neben der Ernährung kommen Sport und Bewegung bei der Osteoporosetherapie eine hohe Bedeutung zu. Knochen und Muskulatur müssen bei Betroffenen allerdings anders trainiert werden als bei gesunden Menschen. Bewährt hat sich ein sogenanntes Funktionstraining, das von speziell geschulten Physiotherapeuten angeleitet wird. Das Training wird als Trocken- und Wassergymnastik angeboten und bei ärztlicher Verordnung von den gesetzlichen Krankenkassen unterstützt. Häufig verschreibt der Arzt auch Medikamente, um den Abbauprozess der Knochensubstanz aufzuhalten.

Osteoporose vorbeugen: So geht’s

Faktoren wie Alter und Veranlagung lassen sich zwar nicht beeinflussen, doch mit einigen Verhaltensmaßnahmen haben Sie die Chance, Ihr Osteoporoserisiko aktiv zu senken:

  1. Auf Kalzium und Vitamin D achten
    Insbesondere eine ausreichende Versorgung mit dem wichtigen Knochenbaustoff Kalzium und Vitamin D ist wichtig, um Osteoporose vorzubeugen. Milch und Milchprodukte sind besonders reich an Kalzium. Weitere wichtige Kalziumlieferanten sind zum Beispiel Brokkoli, Grünkohl, Lauch, Spinat und Petersilie. Vitamin D bildet der Körper bei ausreichend Sonnenlicht selbst. Sie sollten also darauf achten, möglichst viel Zeit im Freien zu verbringen.

  2. Immer in Bewegung bleiben
    Untätigkeit führt dazu, dass Knochenmasse abgebaut wird, deshalb ist ausreichend Bewegung das A und O bei der Osteoporoseprävention. Dabei brauchen Sie keine sportlichen Höchstleistungen zu vollbringen: Schon dreimal wöchentlich eine halbe Stunde zügiges Spazierengehen wirkt sich positiv auf die Knochenstruktur aus.

  3. Auf Genussmittel verzichten
    Alkohol schädigt die knochenaufbauenden Zellen und behindert den Darm bei der Arbeit – Kalzium wird dadurch schlechter aus der Nahrung aufgenommen. Auch Rauchen erhöht das Osteoporoserisiko, weil es den Östrogenabbau verstärkt und die Schadstoffe im Zigarettenrauch die Durchblutung des Knochens vermindern. Auf Alkoholgenuss und Zigaretten sollten Sie deshalb ganz oder weitestgehend verzichten.

Tipp:

In ihrem Frauengesundheitsportal klärt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung über Möglichkeiten zur Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose auf. Auch der Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e. V. bietet Betroffenen zahlreiche nützliche Informationen rund um die Erkrankung.

(1) Quelle: Frauengesundheitsportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung


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