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Parodontitis vorbeugen – Krankheiten vermeiden

Es kommt nicht nur auf eine strahlende Optik an: Die Gesundheit unserer Zähne beeinflusst den gesamten Organismus. Im Interview erläutert Zahnarzt Dr. Peter-W. Becker die Gefahren unbehandelter Parodontitis und verrät, wie man vorbeugen kann.


© PeopleImages / Getty Images

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Entzündetes Zahnfleisch ist nicht nur unangenehm: Entsteht daraus eine Parodontitis, im Volksmund auch Parodontose genannt, droht Zahnausfall. Und nicht nur im Mund sorgt die Erkrankung für Probleme: Auch die Allgemeingesundheit kann durch Parodontose schwer geschädigt werden. Wir haben den Hamburger Zahnarzt Dr. Peter-W. Becker befragt, warum Parodontitis so gefährlich ist, wie man ihr vorbeugen kann und welche Möglichkeiten der Behandlung es gibt.

Mobil-e: Herr Dr. Becker, was genau ist eigentlich Parodontitis?

Dr. Peter-W. Becker: Parodontitis ist eine durch Bakterien verursachte chronische Entzündung des Zahnhalteapparats, der aus Zahnfleisch, Kieferknochen und Wurzelhaut besteht. In einem schubweise verlaufenden Prozess zerstört diese Entzündung Gewebe und Knochen, die für den Halt des Zahns verantwortlich sind. Das kann Jahre oder Jahrzehnte dauern, bei aggressivem Verlauf auch nur Wochen oder Monate. Am Ende steht ohne Behandlung oft der Zahnausfall – und das nicht erst im Alter, sondern auch schon in jungen Jahren.

Mobil-e: Und wie kommt es zu einer Parodontitis?

Dr. Peter-W. Becker: Parodontitis entsteht, wenn das Zahnfleisch dauerhaft entzündet ist. Für eine solche Zahnfleischentzündung (Gingivitis) sind vor allem Beläge auf den Zahnoberflächen und in den Zahnzwischenräumen verantwortlich. Die sogenannte Plaque besteht aus einem Netzwerk von Bakterien, deren Stoffwechselprodukte die Entzündung auslösen, die letztlich zum Verlust des zahntragenden Gewebes führt. Grundsätzlich gilt: ohne Plaque keine Parodontitis.

Mobil-e: Woran merken Betroffene, dass sie an Parodontitis leiden?

Dr. Peter-W. Becker: Dafür gibt es verschiedene Anzeichen. So ist das Zahnfleisch verletzlicher und beginnt leicht zu bluten, oft sogar schon beim Zähneputzen oder Benutzen von Zahnseide. Auch eine Schwellung oder Rötung des Zahnfleischs kann auf eine beginnende Parodontitis hindeuten. In fortgeschritteneren Stadien bildet sich das Zahnfleisch dann ganz zurück und die Zähne scheinen länger zu werden. Noch später lockern sich die Zähne und fallen irgendwann aus.

Mobil-e: Inwiefern hat Parodontitis Auswirkungen auf die Allgemeingesundheit?

Dr. Peter-W. Becker: Die Parodontitisbakterien und Entzündungsstoffe können über das Zahnfleisch in den Blutkreislauf gelangen und dort weiteren Schaden anrichten. So kann eine unbehandelte Parodontitis die Arterienverkalkung fördern und Herzinfarkte oder Schlaganfälle begünstigen. Auch an Entzündungen der Herzinnenhaut oder Herzklappe sind Bakterien der Mundhöhle beteiligt. Eine besondere Gefahr stellt Parodontitis für Schwangere dar, denn es gibt Hinweise darauf, dass eine Parodontitis das Risiko einer Frühgeburt oder eines zu niedrigen Geburtsgewichts erhöht.

Mobil-e: Haben alle Menschen dasselbe Risiko, an Parodontitis zu erkranken?

Dr. Peter-W. Becker: Nein, sowohl die Neigung als auch die Art und Schwere des Verlaufs sind oft ganz unterschiedlich. Eine entscheidende Rolle spielt das eigene Immunsystem, das durch zahlreiche innere und äußere Faktoren beeinflusst wird. So ist bei etwa 30 % der Bevölkerung die Wahrscheinlichkeit, an Parodontitis zu erkranken, durch erbliche Veranlagung erhöht. Auch Rauchen erhöht die Gefahr, weil es die Wundheilung im Mund verzögert. Zu weiteren Risikofaktoren zählen psychischer Stress, hormonelle Umstellungen, Krankheiten des Immunsystems und bestimmte Medikamente wie blutdrucksenkende Mittel. Besonders achtgeben müssen Diabetiker: Ein schlecht eingestellter Zuckerspiegel schwächt die Abwehrkräfte des Zahnhalteapparats und erhöht so das Risiko, an Parodontitis zu erkranken. Andererseits führen Entzündungsherde im Mund zu starken Schwankungen der Blutzuckerwerte. Für Diabetiker ist es also umso wichtiger, die Grunderkrankung effektiv zu behandeln, um eine Parodontitis zu vermeiden.

Mobil-e: Wie kann man Parodontitis denn am besten vorbeugen?

Dr. Peter-W. Becker: Bei der Prävention steht eine sorgfältige Mund- und Zahnhygiene an erster Stelle. Dazu gehört es, idealerweise eine halbe Stunde nach jeder Mahlzeit die Zähne zu putzen und einmal täglich die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten zu reinigen. Zudem sollte man zweimal jährlich eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen – Risikopatienten sogar bis zu viermal jährlich – und regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt gehen. Raucher senken ihr Risiko erheblich, indem sie das Rauchen einschränken oder am besten komplett aufhören.

Mobil-e: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Parodontitis?

Dr. Peter-W. Becker: Die erste und einfachste Therapie besteht in einer sogenannten Tiefenreinigung der Zahnfleischtaschen unter lokaler Betäubung mit Ultraschall und entsprechenden Instrumenten. In dieser Zeit spült der Patient zweimal täglich mit antibakterieller Lösung. Kehrt die Entzündung trotz Behandlung wieder, führt man eine Lappenoperation durch. Dabei löst der behandelnde Arzt das Zahnfleisch im Bereich des betroffenen Zahns ab und reinigt die freigelegte Zahnwurzel unter Sicht. Anschließend wird das Zahnfleisch an die Zahnwurzeln angelagert und vernäht. Wenn die Therapie nicht anschlägt und bei akuten Entzündungen können vorübergehend auch Antibiotika verordnet werden.

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