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Ayurveda: Mit der passenden Ernährung gesünder leben?

Eine typgerechte Ernährung hat laut der indischen Heillehre Ayurveda großen Einfluss auf unsere Gesundheit. Wir haben die ganzheitlich praktizierende Ärztin Dr. Janna Scharfenberg gefragt, was es mit der ayurvedischen Ernährung auf sich hat.


© GMVozd / Getty Images

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Der Begriff Ayurveda stammt aus dem altindischen Sanskrit und bedeutet so viel wie „Wissenschaft des Lebens“. Dabei greift die umfassende Lehre auf einen mehr als 5000 Jahre alten Erfahrungsschatz zurück. Neben den medizinischen sind auch philosophische und spirituelle Aspekte wichtig. Dr. Janna Scharfenberg ist Ärztin, Ernährungsberaterin, Gesundheitscoach und Yogalehrerin. In ihrem Blog „In Good Health“ schreibt sie über ganzheitliche Gesundheit, die neuesten medizinischen Trends, Yoga, Ernährung und Ayurveda. Sie hat uns erklärt, was ayurvedische Ernährung beinhaltet und wie sie funktioniert.

Mobil-e: Frau Dr. Scharfenberg, worum geht es im Ayurveda?

Dr. Janna Scharfenberg:
Ganz allgemein gesagt geht es um eine ganzheitliche Lebensführung. Die individuell passende Ernährung spielt im Ayurveda eine zentrale Rolle, aber auch Reinigungsverfahren und unterstützende Heilkräuter. Darüber hinaus haben Meditation, Atmung, Bewegung im Allgemeinen und Yoga im Speziellen eine große Bedeutung. Ebenso wie bei der westlichen Schulmedizin hat auch Ayurveda zum Ziel, dem Menschen und seiner Gesundheit zu dienen.

Mobil-e: Inwiefern unterscheidet sich Ayurveda von der Schulmedizin?

Dr. Janna Scharfenberg:
Ayurveda integriert sehr viele präventive Konzepte und umfasst neben dem rein körperlichen auch viele andere Aspekte der Gesundheit, beispielsweise seelische und auch soziale Komponenten. Die Schulmedizin ist viel naturwissenschaftlicher ausgerichtet und sehr gut darin, Krankheiten hochspezialisiert zu therapieren. So haben die beiden Systeme sowohl Parallelen als auch Gegensätze. Daher ergänzen sie sich meiner Meinung nach perfekt.

Mobil-e: Im Ayurveda spielen Doshas eine wichtige Rolle. Worum geht es dabei?

Dr. Janna Scharfenberg:
Unter Doshas versteht man so viel wie eine Bioenergie oder energetische Kraft, die sowohl in der Natur als auch in uns vorherrscht. Wir unterscheiden die drei Typen Vata, Pitta und Kapha. Vata ist die luftige, sich bewegende Kraft, Pitta das feurige und sich verändernde und Kapha steht für Struktur und Stabilität. Wir alle haben diese Prinzipien in uns, sie sind für uns lebensnotwendig. Allerdings ist bei jedem von uns das ein oder andere Dosha in einer individuell ausgeprägten Form vorherrschend. Das macht – ähnlich wie unsere Gene – unseren Charakter, unsere körperliche Erscheinung und unsere Eigenarten aus. Pitta-Typen sind beispielsweise sehr temperamentvoll und energiegeladen, Vata-Typen hingegen flattrig und kreativ und die Kapha-Typen sehr geduldig und Routine liebend. Jeder Dosha-Typ benötigt eine typgerechte Ernährung und Lebensführung, um gesund zu bleiben und sich wohl zu fühlen.

Mobil-e: Und wie findet man die eigene Konstitution heraus?

Dr. Janna Scharfenberg:
Idealerweise lässt man seinen ganz individuellen Dosha-Typ durch einen erfahrenen Ayurveda-Arzt oder -Therapeuten bestimmen. Er kann sofort konkrete Empfehlungen geben. Es gibt auch zahlreiche Dosha-Tests im Internet – sie können zwar einen ersten Anhaltspunkt geben, einen Therapeuten aber nicht ersetzen.

Mobil-e: Was sollten die unterschiedlichen Typen bei der Ernährung beachten?

Dr. Janna Scharfenberg:
Grundsätzlich benötigen Vata-Typen warme, reichhaltige Lebensmittel, die sie von innen heraus wärmen und Substanz verleihen. Pitta-Typen sollten allzu scharfe Nahrungsmittel vermeiden und eher milde Gerichte bevorzugen. Und Kapha-Typen profitieren von anregenden Gerichten, die den Stoffwechsel fördern.

Mobil-e: Gibt es bei der ayurvedischen Ernährung auch grundlegende Tipps für alle Typen?

Dr. Janna Scharfenberg:
Generell wird im Ayurveda eine saisonale, natürliche und vollwertige Ernährung empfohlen, also kein Fastfood, keine Konservierungsstoffe und wenig Zucker. Außerdem sollten warme Speisen und Getränke bevorzugt werden, da diese leichter verdaulich sind. Idealerweise sind die Mahlzeiten immer frisch zubereitet und enthalten möglichst viele Geschmacksrichtungen.

Sie möchten mehr über die ayurvedische Ernährung erfahren?

Für alle, die sich tiefergehend über das Thema Ayurveda informieren möchten, hat Dr. Janna Scharfenberg in ihrem Blog eine Liste mit Literaturtipps zusammengestellt. Einen Arzt oder Therapeuten in Ihrer Nähe und weitere Informationen finden Sie zudem auf der Website des Verbandes Europäischer Ayurveda-Mediziner und -Therapeuten e.V.


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