Inhalt

Kategorie:  

Konstruktiv streiten: So geht’s

Selbst mit dem besten Freund oder der liebsten Freundin kann es mal zum Streit kommen. So ein Zoff belastet zunächst, ist aber in vielen Fällen hilfreich – wenn man ein paar Regeln beachtet.


© David Pereiras Villag / Thinkstock

© David Pereiras Villag / Thinkstock

Gibt es bei kleinen Kindern Streit auf dem Spielplatz, ist meistens schnell ein Erwachsener mit der Ermahnung „Vertragt euch“ zur Stelle. Das hat wohl jeder selbst irgendwann erlebt und sich bis heute gemerkt. Streiten ist deshalb für die meisten von uns etwas Schlechtes – dabei klärt ein Streit im Grunde einfach Standpunkte und Meinungen, vorausgesetzt wir streiten konstruktiv.

Richtig streiten: Worauf es ankommt

Klar ist: Jeder hat mal einen schlechten Tag, und dann kann es schon wegen Kleinigkeiten zum Zoff kommen. Ein solcher Streit ist meist schnell wieder vergessen. Doch wie ist es mit Auseinandersetzungen um grundsätzliche Themen, etwa wenn die Freundin ständig zu spät kommt oder der Kumpel sich immer wieder vor anderen über einen lustig macht? In solchen Fällen heißt es zunächst, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich zu fragen: Was will ich dem anderen wirklich sagen? Und wie kann ich mein Anliegen formulieren, damit die Botschaft bei ihm ankommt? Aus einem konstruktiven Streit gehen beide als Gewinner hervor, weil sie sich verstanden fühlen und weil beide zusammen Lösungen finden konnten.

Streittypen erkennen und verstehen

Der Freund gibt schon bei den ersten lauten Worten nach, die Freundin geht nach einem Zoff drei Wochen nicht ans Telefon: tatsächlich gibt es unterschiedliche Streittypen. Das zu wissen hilft oft dabei, einen Weg für konstruktive Auseinandersetzungen zu finden. Im Folgenden werden einige Typen dargestellt.

  • Der harmoniesüchtige Typ
    Er tut alles, um einen Streit zu vermeiden, und gibt im Zweifel immer nach. Oft steckt dahinter die Angst, nicht mehr gemocht zu werden, wenn man widerspricht.
  • Der eingeschnappte Typ
    Bei jedem Kritikpunkt fühlt er sich persönlich angegriffen und zieht sich zurück. Auch hierfür sind meist ein geringes Selbstwertgefühl und große Unsicherheit die Ursachen.
  • Der diskussionswütige Typ
    Kein Detail ist ihm zu klein, um besprochen zu werden: Er will aus seinen Fehlern lernen – oder hofft einfach, dass der andere keine Lust mehr auf das Geschwafel hat und nachgibt.
  • Der kämpferische Typ
    Er will auf jeden Fall recht behalten – egal worum es geht. Vielleicht sieht er den Streit als Wettkampf und hat einfach Spaß am Gewinnen. Oder er braucht den „Sieg“, um sein Selbstwertgefühl aufzupolieren.

Streiten lernen in sechs Schritten

Konstruktives Streiten, bei dem die Streithähne sich mit Respekt und Achtung begegnen, ist im Eifer des Gefechts nicht leicht – schon gar nicht, wenn die Emotionen überkochen. Es lohnt sich dennoch, sich rund um einen Streit an ein paar Regeln zu halten. So gelingt es, dass beide als Gewinner aus dem Konflikt hervorgehen, weil sie sich verstanden fühlen.

1. Konkret werden
Pauschalierungen wie „nie“ und „immer“ haben in einem Streit nichts zu suchen. Stattdessen gehören konkrete Beispiele auf den Tisch. Am besten ist es, nur ein einziges konkretes Ärgernis anzusprechen.

2. Beleidigungen vermeiden
Laute Beschimpfungen und Provokationen verhindern ein „richtiges“ Streiten. Um eine gemeinsame Lösung zu finden, gilt deshalb für alle Beteiligten: Ruhe bewahren.

3. Zuhören
In einer Auseinandersetzung überhört man gern die Anliegen des anderen, weil man nur die eigenen Argumente als richtig erachtet. So findet man aber keine Lösung, die beide Seiten zufriedenstellt. Deshalb: aussprechen lassen – auch wenn es nicht leicht fällt.

4. Perspektivenwechsel
Oft hilft es, sich in die Lage des anderen zu versetzen – so kann man dessen Beweggründe besser nachvollziehen und erkennt manchmal, dass die Sache aus seiner Sicht durchaus anders zu bewerten ist.

5. Unter vier Augen
Bitte nicht im Beisein Dritter streiten – es ist nicht zielführend, wenn andere sich einmischen. Ausnahme: Wenn zwei Streitpartner keinen Lösungsweg finden, kann eine neutrale Person mit objektiver Perspektive eine wertvolle Hilfe sein.

6. Lösungen finden
Ganz wichtig ist es, nicht nur Vorwürfe zu machen. Es gilt, auch konkrete Lösungsvorschläge für die Zukunft zu liefern, zum Beispiel rechtzeitig anzurufen, wenn man sich mal wieder verspätet.


Kategorie:  
© gpointstudio / Thinkstock

Hautunreinheiten ade: Das hilft gegen Akne & Co.

Fast jeder Jugendliche leidet unter Pickeln. Zusammen mit der...

weiterlesen