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Wie uns gute Vorbilder weiterbringen

Viele Menschen haben ein persönliches Vorbild – ob es nun ein Sportler, eine Schauspielerin oder der eigene Bruder ist. Aber sollten wir nicht lieber ganz wir selbst sein? Wozu sind Vorbilder gut und was macht ein Vorbild aus?


© South_agency / Getty Images

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Oft passiert es ganz automatisch: Wir lieben Fußball und möchten irgendwann so gut spielen wie Lionel Messi. Wir schauspielern gern und sehen uns bereits in den Fußstapfen von Jennifer Lawrence. Oder wir lesen etwas über einen Studenten, der seinen Traum vom eigenen Unternehmen in die Tat umgesetzt hat, und fassen den Plan, es ihm gleichzutun. Und schon haben wir ein Vorbild: einen Menschen, zu dem wir aufschauen und dem wir in bestimmter Hinsicht nacheifern. Dabei ist uns meist gar nicht bewusst, inwiefern Vorbilder nützlich sein können und was überhaupt ein gutes Vorbild ausmacht.

Welche Funktion haben Vorbilder?

Oft verkörpern Vorbilder bestimmte Eigenschaften oder Talente, die man selbst gerne hätte. Oder man bewundert sie dafür, dass sie ein bestimmtes Ziel erreicht haben. Genau deshalb können Vorbilder auch enorm hilfreich sein: So kann es sein, dass wir noch keine Ahnung haben, was wir später mal machen möchten. Vorbilder können uns dann auf neue Ideen bringen und uns gleichzeitig zeigen, was alles möglich ist. Aber auch wenn man schon einen Plan für sein Leben hat und dieser mal ins Wanken gerät, hilft ein gutes Vorbild dabei, sein Ziel im Auge zu behalten. Und falls Hindernisse auftauchen, kann es uns motivieren, am Ball zu bleiben und an uns zu glauben. Wenn das Vorbild eine Person im eigenen Umfeld ist, kann man es sogar direkt um Rat bitten. Ist das Vorbild prominent oder lebt vielleicht gar nicht mehr, existieren sicherlich Biografien, Berichte oder Dokumentarfilme, mit deren Hilfe wir uns informieren und inspirieren lassen können.

Ein gutes Vorbild finden

Um ein Vorbild zu finden, gibt es verschiedene Ansatzpunkte – und manchmal findet man es sogar in seiner direkten Umgebung. Man kann sich beispielsweise überlegen, welche Eigenschaften man an den eigenen Familienmitgliedern schätzt. Vielleicht bezieht man auch die Vorfahren mit ein: Was haben die Großeltern aus ihrem Leben gemacht und welche Hindernisse haben sie dabei überwunden? Im Studium und Berufsleben kann man sich ebenfalls nach Menschen umschauen, die man wegen ihres Erfolgs oder bestimmter Eigenschaften bewundert, und herausfinden, wie sie zu dem geworden sind, was sie heute so besonders macht. Eine andere Möglichkeit ist es, sich zunächst unabhängig von anderen Personen zu überlegen, was man selbst erreichen möchte, und dann im persönlichen Umfeld oder im Internet gezielt in dieser Richtung nach einem Vorbild zu suchen – sicher gibt es jemanden, der in diesem Bereich erfolgreich ist und an dem man sich orientieren kann. Übrigens: Es spricht auch nichts dagegen, mehrere Vorbilder zu haben. So können wir uns in verschiedenen Lebensbereichen an unterschiedlichen Menschen orientieren, an denen wir besondere Eigenschaften, Fähigkeiten oder Taten bewundern. Ebenso kann es sein, dass unsere Vorbilder je nach Lebensphase und Situation auch mal wechseln. Eines ist jedoch klar: Auch Vorbilder machen Fehler und haben Schwächen wie wir. Und das ist auch gut so, denn an authentischen Leitfiguren können wir uns am besten orientieren.

Wann Vorbilder schaden

Bei allen Vorzügen: Übertreiben sollte man es mit der Bewunderung nicht. Ein Vorbild zu haben bedeutet nicht, zu versuchen, dessen Leben zu kopieren. Denn: Niemand ist genau wie der andere, sodass dieser Versuch von vornherein zum Scheitern verurteilt ist und im Zweifel eher frustriert als motiviert. Ganz wichtig ist hier Realismus. Vorbilder inspirieren und zeigen uns Möglichkeiten – das heißt aber nicht, dass wir auch genau das Gleiche schaffen. Nicht jeder wird irgendwann bei den Olympischen Spielen mitmachen oder einen Nobelpreis gewinnen. Man sollte sich immer bewusst sein, dass das Vorbild seine Ziele unter anderen Bedingungen und Voraussetzungen erreicht hat, die sich gar nicht eins zu eins auf das eigene Leben übertragen lassen. Und auch vor Nachahmung sollte man sich hüten, denn wer ständig jemand anderen kopiert, gibt seine eigene Persönlichkeit auf – und gerade sie ist es doch, die jeden Menschen ausmacht. Einzelne Eigenschaften oder Bestandteile eines fremden Lebens mögen gut geeignet sein, um sich daran ein Beispiel zu nehmen. Das darf aber nicht dazu führen, dass man die eigene Identität verliert.


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