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Ausgabe 2-2009
Ein Wochenende in Berlin erleben
City-Spezial
Mit Kindern ein bäriges Berlin-Wochenende erleben
Warum gab es in Deutschland eine Mauer? Woher kommt die Currywurst? Was ist die Rache Gottes? Wo arbeitet die Kanzlerin? Wenn überall in der Stadt bunte Bären herumstehen, die Currywurst schmeckt, die Goldelse von fern winkt und die Rache Gottes auf dem Fernsehturm in Form eines Kreuzes auf der Kuppel zu sehen ist – dann ist man in der deutschen Hauptstadt, dann ist man in Berlin angekommen.
Familienfreundliche Metropole
Städtereisen sind bei Kindern nicht sonderlich beliebt. Berlin ist jedoch eine familienfreundliche Metropole und bietet alles, was kleine und große Herzen schneller schlagen lässt. Dazu kommt, dass kleine Besucher in der Hauptstadt gern gesehen sind. Acht Bezirke bieten sogar spezielle Kinder-Restaurants mit Spielecken oder Indoor-Spielplätzen sowie Cafés für junge Familien an.
Kostenloses Sightseeing
Wer noch nie in der Hauptstadt war, das Fahrradlieber noch stehenlassen möchte und gleich zu Beginn der Reise das echte Berlin entdecken will, der sollte mit einer Busfahrt der Linien 100 oder 200 am Bahnhof Alexanderplatz beginnen. In beiden Doppeldeckern erlebt man oben auf den vorderen Plätzen seine ganz persönliche Tour durch Berlin – und das für den Preis eines Einzelfahrtickets der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Hier reizt nicht nur der tolle Ausblick auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, sondern auch das Berliner Flair. Mit viel Glück erklärt der Chauffeur im typischen Dialekt während der Fahrt kostenlos alle Sehenswürdigkeiten. Die Linie 100 fährt vom Zentrum Ost über die Prachtmeile Unter den Linden, vorbei an der Humboldt Universität, dem Reichstag, durch den Tiergarten bis zum Bahnhof Zoo. Die Linie 200 nimmt die Route über den Potsdamer Platz mit dem Sony-Center, vorbei an der Berliner Philharmonie, durch den Tiergarten bis zum Bahnhof Zoo.
Berlin von unten
Wem es auf den Straßen der Hauptstadt noch nicht aufregend genug ist, der sollte mal darunter nachsehen! In Berlin gibt es für kleine Entdecker viele Möglichkeiten, in die Unterwelt abzutauchen und die Stadt von einer ganz anderen Seite zu betrachten. Man kann sich durch die alten Bunker führen lassen, mit einem offenen Wagen durch die U-Bahnschächte fahren oder im Berliner Gruselkabinett das Fürchten lernen.
Museum? Na klar!
Museen und Kinder passen nicht zusammen? In Berlin schon! Nicht nur bei schlechtem Wetter sind Museen eine willkommene Alternative. Zahlreiche Anbieter haben sich auf Familientouren spezialisiert. Es locken Wüstenabenteuer im Ethnologischen Museum oder klassische Ziele, wie das Brandenburger Tor mit einem Besuch des Reichstags oder dem Checkpoint Charlie, sozusagen als Open-Air-Museum. Am bekanntesten ehemaligen Grenzübergang kann man sich gegen ein kleines Entgelt mit einem Soldaten in Originaluniform fotografieren lassen oder einen offiziellen Stempel zur „Ausreise“ bekommen. Das Highlight unter den Berliner Museen ist aber das Technikmuseum. Nachmittags ab 15 Uhr haben dort alle Kinder und Schüler bis 18 Jahre gegen Vorlage des Schülerausweises freien Eintritt und können auf den Spuren der ersten Seefahrer, Piloten, oder Naturforscher wandeln.
Kino und Theater
Auch die Berliner Kinos und Theater sind auf Familien und junge Besucher spezialisiert. Das älteste Kinder- und Jugendtheater der Hauptstadt ist das "Grips-Theater". Berühmt wurde es durch den Musical-Erfolg "Linie 1", der amüsant typische Berliner beschreibt. Dieses Familienvergnügen ist meist ausgebucht, deshalb empfiehlt sich eine Vorreservierung. Ein ganz besonderes Erlebnis bleibt sicher das „Imax-Kino" am Potsdamer Platz. Auf einer riesigen Panoramaleinwand kann man in der gesamten Kuppel fantastische Dokumentarfilme in 3-D-Qualität sehen und in besondere Abenteuer der Natur eintauchen. Gleich nebenan lohnt sich im Filmmuseum ein Blick hinter die Kulissen – oder ein Besuch der Berliner Miniaturwelt im Legoland Discovery Center Berlin.
Stadtleben für Kinder
Am besten lässt sich das Berliner Stadtleben in einem der vielen Volks- und Freizeitparks der Stadt erkunden. Rund 700 Hektar Parkanlagen laden ins Freie ein. Einer der interessantesten ist sicherlich der Volkspark Friedrichshain. Vorbei am Märchenbrunnen, warten vier Abenteuerspielplätze, viel Grünfläche, ein Szenecafé mit Terrasse und ein Freiluftkino auf die Besucher. Oft sind Musiker im Park, die dann für die nötige Hintergrundmusik beim Grillen oder Beach-Volleyball-Spiel sorgen. Für die Pause im Grünen mitten in der Stadt gibt es dazu zahlreiche Seen und Freibäder.
Kollwitzmarkt bei jungen Familien beliebt
Eine gute Gelegenheit, etwas Marktatmosphäre in Berlin zu schnuppern, ist der Kollwitzmarkt im Stadtteil Prenzlauer Berg. Alt-Berliner treffen dort samstags von 10 Uhr bis 16 Uhr Alt-68er und die Szene. Promi-Faktor garantiert! Schauspieler wie Jürgen Vogel oder Alfred Biolek, aber auch Künstler und Politiker wie beispielsweise Joschka Fischer oder Wolfgang Thierse kaufen hier ein. Es gibt keinen anderen Marktplatz in Berlin, der von mehr jungen Familien frequentiert wird. Nicht allzu weit weg ist der Helmholtzplatz, den Angelina Jolie während ihres Berlinbesuchs zu einem ihrer Lieblingsplätze erkoren hat. Hier können sich die Kinder auf dem großen Spielplatz austoben und Tischtennis spielen, während die Eltern im Kinder-Secondhand-Laden stöbern oder in einem der typischen Berliner Cafés rund um den Platz entspannen.
Millie in Berlin
Wer seinen Nachwuchs auf den Berlintrip vorbereiten will, dem ist das Buch „Millie in Berlin“ von Dagmar Chidolue ein willkommener Helfer. Es ist sowohl zum Vorlesen als auch zum Selberlesen für die Größeren geeignet. Die Kinder lernen mit diesem Buch die Hauptstadt aus ihrer Perspektive kennen, unternehmen eine Stadtrundfahrt mit dem Doppeldeckerbus, sehen das Kanzleramt und, und und. Gerade bei Reisen mit Kindern gilt: Eine gute Planung und ein Alternativprogramm für alle Wetterlagen sorgt für gute Stimmung bei den Kleinen und für Entspannung bei den Eltern.