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Ausgabe 2-2009
Zahngesundheit
Wenn der Zahnarzt zusätzliche Leistungen anbietet (Teil 1)
Ob im Rahmen der jährlichen, kostenlosen Vorsorge-Untersuchung oder bei einer Behandlung – wenn der Zahnarzt zur Verbesserung oder Erhaltung der Zahngesundheit zusätzliche Leistungen empfiehlt, die nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt werden, sind viele Patienten verunsichert. Deshalb stellt „mobil-e“ mit Hilfe von Dr. Roschan Farhumand (Foto), der beratenden Zahnärztin der BKK MOBIL OIL, in dieser und in den folgenden Ausgaben die am häufigsten angebotenen zahnärztlichen Zusatzleistungen vor.
Wer unsicher ist, auf ein Angebot des Zahnarztes einzugehen, kann sich auch bei der BKK MOBIL OIL unter der kostenlosen Service-Hotline Rat holen: 0800 255 0800.
Zahlreiche Angebote
„Es gibt eine ganze Reihe von Angeboten für Diagnostik und Behandlung, die den gesetzlichen Leistungskatalog ergänzen“, so Dr. Farhumand. „Einige sind grundsätzlich sinnvoll, andere empfehlen sich nur in Ausnahmefällen. Zu beachten ist jedoch, dass eine seriöse Einschätzung im Einzelfall nur durch eine gründliche und persönliche Untersuchung durch den Zahnarzt möglich ist“. Im ersten Teil der Serie werden die Individualprophylaxe, die Speicheldiagnostik zur Kariesprävention sowie Mikrobiologische Tests bei der Parodontalbehandlung vorgestellt.
1. Individualprophylaxe
Für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen, die das 6., aber noch nicht das 18. Lebensjahr vollendet haben, werden die Kosten der Individualprophylaxe übernommen. Sie wird jedoch auch Erwachsenen angeboten, die diese Behandlung dann aber aus eigener Tasche bezahlen müssen. Die Individualprophylaxe umfasst folgende Aspekte:
1. Mundhygienestatus: Der Zahnarzt beurteilt die Mundhygiene und prüft den Zustand von Zähnen und Zahnfleisch.
2. Aufklärung über Krankheitsursachen und deren Vermeidung: Ausgehend vom Befund wird im Gespräch über individuelle „Problemstellen“ und deren Pflege sowie über eine zahngesunde Ernährung gesprochen.
3. Professionelle Zahnreinigung: Profis putzen Ihre Zähne –viele Zahnärzte bieten eine Professionelle Zahnreinigung (PZR) an. Die PZR ist eine Intensivreinigung mit Spezialinstrumenten. Sie hat das Ziel, die gefährlichen oder kosmetisch störenden Beläge auf der Zahnoberfläche zu entfernen, um Karies und Parodontitis vorzubeugen. Gegebenfalls erfolgt im Anschluss eine lokale Fluoridierung der Zähne mit Lack, Gel oder ähnlichem.
4. Intensives Mundhygienetraining: Der Patient übt unter professioneller Anleitung die korrekte Anwendung individueller Hilfsmittel für den eigenen Mund – jetzt, nachdem das Gebiss durch die professionelle Zahnreinigung grundgereinigt und gegebenenfalls deshalb erst hygienefähig ist. Weitere Punkte: befundbezogene Besprechung der Hygienedefizite, weitere Hinweise für geeignete Zahnputztechniken.
5. Überprüfung des Übungserfolgs: Einige Wochen später wird an einem ergänzenden Termin geprüft, ob der Patient die Hinweise aus dem Mundhygiene-Training richtig und erfolgreich umsetzt.
Beratung wichtig
Ist die Individualprophylaxe auch als kostenpflichtige Zusatzleistung für Erwachsene sinnvoll? Dr. Farhumand meint: „Die richtige Mundhygiene ist das zentrale Kriterium dafür, ob die Zähne schön und gesund bleiben. Oft kommt es aufgrund von Unkenntnis oder Pflegefehlern wie einer falschen Putztechnik zu Problemen. Deshalb ist es auch für Erwachsene empfehlenswert, sich hier intensiv und individuell beraten zu lassen. Diese Beratung leistet die Individualprophylaxe. Eine effektive Mundhygiene ist auch für Zahnersatz-Träger sehr wichtig, um die Haltbarkeit der Implantate und des Zahnersatzes zu verlängern.“
2. Speicheldiagnostik zur Kariesprävention
Wie sich der Speichel zusammensetzt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab: Unter anderem spielen die Ernährung, die Lebensumstände, aber auch das Alter eine Rolle. Die Zusammensetzung und Beschaffenheit des Speichels sowie die Speichelmenge haben einen gewissen Einfluss auf die Entstehung von Karies. Die Speicheldiagnostik soll der Bestimmung des individuellen Kariesrisikos dienen.
Bei der Speicheluntersuchung werden folgende Faktoren ermittelt:
- Fließrate des Speichels
- pH-Wert des Speichels
- Pufferkapazität des Speichels
- Gehalt an kariesrelevanten Keimen (Streptokokken und Laktobazillen)
Keine zuverlässigen Ergebnisse
„Die Speicheldiagnostik allein ist für die Analyse des individuellen Kariesrisikos nicht aussagekräftig. Die Ergebnisse der Diagnostik stimmen nicht zuverlässig mit dem tatsächlichen Befund überein“, steht Dr. Farhumand dieser Untersuchung eher skeptisch gegenüber. Sie sieht aber auch positive Wirkungen: „Die Speicheldiagnostik kann für eine zahnbewusstere Ernährung und eine gründliche Mundhygiene sensibilisieren und auf diesem Weg einen positiven Einfluss auf die Zahngesundheit ausüben.“
3. Mikrobiologische Tests in der Parodontalbehandlung
Parodontitis bezeichnet die Entzündung des Zahnhalteapparates, also von Zahnfleisch und Kieferknochen. Das entzündete Zahnfleisch zieht sich zurück, am Zahnhals löst sich das Zahnfleisch vom Zahn - es entstehen dadurch die so genannten Zahnfleischtaschen. Der entzündungbedingte Knochenabbau verursacht eine Lockerung der Zähne, die sogar zum Zahnverlust führen.
Die mikrobiologischen Tests dienen der Analyse der Keime in den Zahnfleischtaschen. Ziel der Untersuchung ist es, besonders aggressive Keime, die sogenannten Markerkeime, nachzuweisen.
„Nur in den relativ seltenen Fällen einer aggressiven, schnell voranschreitenden Erkrankung oder einer schweren, chronischen Parodontitis, wenn eine konventionelle Parodontaltherapie kein entsprechendes Resultate gezeigt hat, kann dieser Test angezeigt sein“, erklärt Dr. Farhumand. „Diese Tests machen aber nur dann Sinn, wenn anschließend eine unterstützende Antibiotikatherapie erfolgen soll.“