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Ausgabe 2-2009
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Sport
Qual der Wahl: Welches Rad ist das Richtige?
Auch wenn die Werbung anderes suggeriert: Fast alle Fahrräder sind Multi-Talente. Doch die kleinen Unterschiede machen Spaß. Dirt-Bike, Trekking-Bike, City-Racer, Cross Light – wer heutzutage einen Fahrradladen betritt, fühlt sich leicht erschlagen von der Vielfalt der Fahrradtypen. Verbindliche Bezeichnungen gibt es nicht. Hersteller und Händler wollen mit immer neuen Modellen das Geschäft ankurbeln. „Feine Differenzierungen wie beispielsweise zwischen Touring- und Trekkingbike sind für die meisten Kaufinteressenten eher verwirrend als hilfreich“, kritisiert Holger Koch, Fahrradexperte und Betreiber von rad-reise-service.de. „Chaotisch wird es dann beim Fitness-Bike, das willkürlich Road Racer, City Racer, Cross Light oder ähnlich genannt wird – und mal komfortabel, mal puristisch, mal geländegängig daherkommt.“
Welches Rad ist richtig?
Wer auf Fahrradsuche geht, sollte sich vorab überlegen, was er mit dem Gefährt unternehmen will. Einkaufstouren durch die Stadt? Ausgedehnte Radwanderungen? Sprints über Berg und Tal? Die meisten Velos machen all das mit. Aber es gibt Spezialisten, die in ihrer jeweiligen Disziplin besonderen Fahrspaß bringen.
• Für den Alltag – zur Arbeit, ins Fitnessstudio oder zum Baggersee – eignen sich Trekking-Rad, Citybike, Touren- und Hollandrad. Der Fahrer sitzt bequem aufrecht, auch die Federung zielt vor allem auf Komfort. Am Hinterrad des typischen Stadtrads kommt die Rücktrittsbremse zum Einsatz – man kann beim plötzlichen Bremsen sein komplettes Körpergewicht einsetzen, auch Kinder können tüchtig „in die Eisen gehen“.
• Reiseräder sind darauf ausgelegt, jede Menge Gepäck zu transportieren. Deswegen sind sie mit besonders robusten Teilen ausgestattet – die viel wiegen. Reiseräder sind sehr gutwillig im Fahrverhalten, aber wenig wendig. Gefedert sind sie selten, denn das würde die Fahrstabilität stark einschränken.
• Mountain-Bikesmachen im freien Gelände besonderen Spaß. Sie sind mit 26 Zoll eher klein, aber überaus wendig. Den richtigen „Griff“ sogar im Matsch bringen breite Reifen mit dickem Profil. Eine Vollfederung schont beim Ritt über Berg und Tal Wirbelsäule und Gelenke.
• Bei Fitness-Bikes steht der Sportaspekt im Vordergrund. Ihre Räder sind 28 Zoll groß, das Hinterrad ist selten gefedert, das Vorderrad ebenfalls nicht immer. Die Lenker sind meist abgewinkelt, man sitzt leicht nach vorn gebeugt – das bringt Tempo. Je nach Ausstattung eignen sich Fitness-Bikes für Alltag und Freizeit bis hin zu sportlich ambitioniertem Fahren auf befestigten Straßen.
• Rennräder sind leistungsorientiert, es geht allein ums Tempo. Dafür sorgen Leichtbauweise, extrem schmale Felgen und Rennlenker. Federsysteme sind verpönt, denn sie rauben einen Teil der Antriebskraft. Der Fahrer sitzt auf schmalem Sattel tief gebeugt – und minimiert so den Windwiderstand. Diese Körperhaltung setzt allerdings eine gut trainierte Rückenmuskulatur voraus.
• Derzeit noch exotische Fahrradtypen wie Scooter, Halbliege- und Liegeräder verbinden Fahrkomfort und orthopädisch richtiges Sitzen mit Windschnittigkeit.
Für welchen Radtyp Sie sich auch entscheiden – wichtig für gesunden Fahrspaß ist die richtige Rahmenhöhe. Detaillierte Informationen dazu finden Sie hier: http://www.fahrrad.de/rahmenberechnung.php.
Aber ganz egal, welches Rad zum Einsatz kommt: Regelmäßige Checks sorgen nicht nur für Fahrspaß, sondern auch für Sicherheit. Ist die Kette in Ordnung? Wie gut greifen die Bremsen? Fast jeder Fahrradladen bietet professionellen Service für wenig Geld. Denn Unfälle mit dem Fahrrad können ziemlich heftig ausgehen, schließlich verfügt der Mensch über keine Knautschzone. Technisches Versagen können wir immerhin selbst ausschließen.
Auf der folgenden Seite lesen Sie, was Sie selbst schnell erledigen können.
Das können Sie selbst schnell erledigen:
- Reifendruck und Profiltiefe kontrollieren,
- Reifenmantel auf Risse und Löcher untersuchen,
- Tretlager, Pedale, Fahrradkette, Ritzel, Schalt- und Bremszüge ölen,
- Fahrradbremsen mit Bremsbacken kontrollieren: Bringen die Bremsen auch bei erhöhtem Gewicht das beladene Rad sicher und schnell zum Stehen?
- Schrauben nachziehen,
- Lichtanlage prüfen,
- Sattel und Lenkerposition optimal einstellen.
Gründlichkeit lohnt sich, wenn es um eine längere Tour geht oder wenn das Fahrrad länger im Keller stand. Eine Checkliste zum Thema können Sie hier downloaden.